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Samstag, 22.11.2014

Frankreich siegt beim Filmschoolfest

Der beste Nachwuchsfilm des Festivals ist "Burundanga" / Der deutsche Beitrag "Sunny" erhält zwei Preise / Insgesamt wurden zehn Preise an Filme aus acht Ländern verliehen

Am Samstag (22. November) wurden die Preise des 34. Internationalen Festivals der Filmhochschulen München verliehen. Der französische Kurzfilm "Burundanga" wurde als bester Film mit dem VFF Young Talent Award ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet.

Burundanga ist eine Droge, die von Straßenräubern verwendet wird, um ihre Opfer gefügig zu machen. In ihrem gleichnamigen Film porträtiert die 24-jährige Regisseurin Anaïs Ruales von der Filmschule La Fémis in Paris einen jungen Mann in Ecuador, der nach einer Perspektive für sein Leben sucht. "Mit einem klaren Standpunkt, einem Drehbuch, das keine Längen zulässt und einer feinfühligen Inszenierung schenkt uns Anaïs Ruales mit 'Burundanga' einen außergewöhnlichen Film", so das Urteil der international besetzten Jury.

Erfolgreich war auch der deutsche Festivalbeitrag "Sunny" von der Filmakademie Baden-Württemberg. Regisseurin und Drehbuchautorin Barbara Ott erhielt den Luggi-Waldleitner-Preis für das beste Drehbuch und Kameramann Falko Lachmund den Student Camera Award. "Sunny" erzählt von einem jungen Vater, der hin und her gerissen ist zwischen der Vorstellungen, wie sein Leben aussehen sollte, und der Verantwortung, die er für seine kleine Familie übernehmen muss. "Schlicht und ergreifend: ganz großes Kino", urteilte die Jury.

"Wir haben den Anspruch die besten internationalen Studentenfilme eines Jahres zu präsentieren, und das ist uns erneut gelungen", so Festivalleiterin Diana Iljine. "Die zehn Festivalpreise gehen an ganz unterschiedliche Filme aus acht Ländern, darunter Frankreich, Deutschland, Israel, China und der Iran, die uns zeigen, was junge Filmemacher in der ganzen Welt bewegt. Jeder einzelne der Kurzfilme im Festivalprogramm hat uns auf die eine oder andere Weise tief berührt, beeindruckt oder überrascht."

Insgesamt wurden zum Abschluss des Festivals zehn Preise im Wert von rund 45.000 Euro vergeben. Den ARRI-Preis für den besten Dokumentarfilm gewann die Rumänin Iulia Stoian. Ihr Film "Honey on Wounds" zeigt Witwen in einem Dorf im Kosovo, die mit Hilfe der Bienenzucht versuchen, das Trauma des Krieges zu überwinden. Iulia Stoian war die Produzentin, die Regisseurin und die Kamerafrau des Filmes und studiert an der National Film and Television School Beaconsfield.

"Summer Secret" ("Ming Yue De Shu Qi Ri Ji") von der Regisseurin Zeng Zeng, die an der Beijing Film Academy studiert, wurde als originellster Film mit dem Wolfgang-Längsfeld-Preis ausgezeichnet. Der Film nimmt das Publikum mit in die Fantasiewelt eines Mädchens, dessen Vater unter ungeklärten Umständen starb. Der Arte-Kurzfilmpreis ging an den Animationsfilm "My Milk Cup Cow" ("Cup No Naka No Koushi") von der Tokio University of the Arts. Regisseurin Yantong Zhu erinnert sich darin an ihre Kindheit in China.

Sophie-Clémentine Dubois von der Filmschule L'Insas in Brüssel wurde für ihren Film "The Dandelion" ("Le Pissenlit") mit dem Panther Preis für die beste Produktion eines europäischen Films ausgezeichnet. Bereits zum zehnten Mal in der Geschichte des Festivals wurde der Prix Interculturel für Verdienste um den interkulturellen Dialog verliehen - dieses Jahr an den israelischen Film "Deserted" ("Nivut Golem") von Yoav Hornung von der Tel Aviv University.

Der Gewinner des Climate Clips Awards kommt aus dem Iran. Amin Rahbar überzeugte die Jury mit seinem Animationsfilm "Scale" ("Tarazoo"). Die Hofbräu Trophy für den besten Bier-Werbespot erhielt Andreas Irnstorfer von der Hochschule für Fernsehen und Film München für "The Experiment" ("Das Experiment").

Insgesamt liefen 46 Filme von jungen Regisseuren aus 22 Ländern im Wettbewerb. Die neuesten Werke des internationalen Filmnachwuchses stießen auf großes Interesse. "Hinter uns liegt eine tolle Festivalwoche mit vielen ausverkauften Vorstellungen, anregenden Begegnungen und beeindruckenden Filmen", sagte Diana Iljine. "Das Münchner Publikum ist jedes Jahr aufs Neue neugierig auf die Filme der jungen Regisseure, was unsere Gäste und auch uns sehr freut."