Pressemitteilungen

Samstag, 20.11.2010

Polnischer Film siegt beim Festival der Filmhochschulen

"For Madmen Only" von Pawel Maslona gewinnt den Hauptpreis / Insgesamt wurden zehn Auszeichnungen an junge Filmemacher vergeben

Bereits zum 30. Mal trafen sich vergangene Woche die besten Nachwuchsregisseure aus aller Welt zum Festival der Filmhochschulen in München. Zum Abschluss des Festivals wurden am Samstagabend(20. November) im Gloria-Palast die Preise für die besten Nachwuchsleistungen vergeben. Der Film "For Madmen Only" (zu deutsch "Nur für Verrückte") von Pawel Maslona wurde als bester Film mit dem VFF Young Talent Award ausgezeichnet. Der von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftete Preis ist mit 7500 Euro dotiert.

"Damit geht der Hauptpreis des Festivals zum zweiten Mal in Folge nach Polen", sagt Festival-Veranstalter Andreas Ströhl. "Von dort kommen zur Zeit sehr raffinierte Filme, die eine ganz eigene Handschrift haben." Im vergangenen Jahr hatte Magnus von Horn von der Filmschule in Lódz mit seinem Film "Echo" den wichtigsten Preis des Festivals gewonnen.

Der diesjährige Gewinner Pawel Maslona studiert an der Filmschule in Kattowitz. Seine Tragikomödie zeigt mit schwarzem Humor ein Ehepaar in den mittleren Jahren, deren Leben perfekt organisiert und dennoch die Hölle auf Erden ist. Die international besetzte Jury unter dem Vorsitz von Regisseur Dito Tsintsadze ("Schussangst", "Der Mann von der Botschaft") bescheinigte dem Film eine "außergewöhnliche filmische Präzision und subtile, nuancierte schauspielerische Leistungen".

Vor rund 400 Gästen wurden zehn Preise im Wert von insgesamt 51.500 Euro verliehen. Zwei der jungen Filmemacher, Janaína Marques Ribeiro aus Kuba und Boris Kunz aus München, konnten sich gleich doppelt freuen. Die kubanische Filmstudentin wurde mit ihrem Film "Los Minutos, Las Horas" ("Die Minuten, Die Stunden") nicht nur für das beste Drehbuch ausgezeichnet, sondern erhielt auch den Spezialpreis des Jury-Präsidenten. Auch der Film "Daniels Asche" von Boris Kunz, Regiestudent an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, gewann zwei Preise: den "Prix Interculturel" für Verdienste um den interkulturellen Dialog und den Preis für die beste Produktion eines deutschen Films (Panther-Preis).

Filme aus deutschen Filmschulen waren insgesamt sehr erfolgreich: der Kurzfilmpreis des Senders arte ging nach Ludwigsburg, der Preis für den besten Dokumentarfilm (ARRI-Preis) nach Köln, der Preis für die beste Kamera eines deutschen Films nach Potsdam-Babelsberg.

Das Festival zeigte eine Woche lang insgesamt 44 kurze Filme aus 26 Ländern im Wettbewerb. Viele Filmfans nutzten die Gelegenheit, um sich einen Überblick über die aktuellen Trends des internationalen Filmnachwuchses zu verschaffen. Viele der Vorstellungen im Filmmuseum München waren ausverkauft. "Zu Recht, denn 2010 war wirklich ein ausgesprochen guter Jahrgang mit sehr vielen beeindruckenden Filmen", sagt Veranstalter Andreas Ströhl. "Von diesen Regisseurinnen und Regisseuren wird man in Zukunft sicher noch einiges hören - und vor allem sehen."