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In Film versunken

Michael Stadler
Michael Stadler

Das Programm ist da: Mit 46 Kurzfilmen aus 26 Ländern und einem vielfältigen Jubiläumsprogramm feiert das FILMSCHOOLFEST MUNICH sein 40-jähriges Bestehen

In Film versunken

Das FILMSCHOOLFEST MUNICH Team bläst die Luftballons auf und die Kerzen aus: Das Festival wird 40! Und wir wollen feiern – mit unserem Publikum und mit denen, die das FILMSCHOOLFEST MUNICH mit ihren Werken bereichern: den Filmstudent:innen aus aller Welt. 

Das Festival eröffnet am Sonntag, den 14. November, mit einem abendlichen Opening, bei dem aktuelle Filme der HFF gezeigt werden, und endet am Samstag, den 20. November, mit der Award Ceremony und einer ausgiebigen Jubiläumsparty. Im Laufe der Festivalwoche vom 15. bis 19. November werden dann insgesamt 46 Kurzfilmen aus 26 (Produktions-)Ländern in zehn Screenings gezeigt. Die Filme wurden von einer Auswahljury bestehend aus Margot Hervée, Thomas Kupser und Tomás Alzamora für den internationalen Wettbewerb ausgesucht.

Das Warten auf die Filmauswahl hat ein Ende – hier finden Sie das gesamte Programm des #FSFMUC 2021.

Erfreulicherweise können in diesem Jahr wieder viele Filmregisseur:innen anreisen und ihre Kurzfilme persönlich dem Publikum im AudimaxX der HFF vorstellen. Es gibt dabei wie immer einige Filme aus deutscher Produktion, aber auch aus Europa, den USA, Israel, Nepal oder Trinidad und Tobago.

 

Das Programm

 

Auch thematisch und ästhetisch gibt es eine große Bandbreite: So finden sich erfahrungsgemäß Filme, die von der Situation von Kindern und Jugendlichen, ihren Ängsten und Konflikten handeln, etwa der witzige Kurzfilm LAND OF GLORY von Borbála Nagy, der in den Alltag einer ungarischen Schule entführt – bis der Premierminister kommt. Oder den spanischen Kurzfilm PLAY DEAD von David Bustos, in dem ein Junge eine morbide Freundschaft eingeht. In SUMMER SHADE von Shira Haimovici wird hingegen ein Mädchen im Hier und Jetzt eines Pools mit ultraorthodoxen chassidischen Jungs konfrontiert.

Das Coming-of-Age findet oft auch in der Auseinandersetzung mit der älteren Generation statt: In dem, erneut in Ungarn spielenden, Kurzfilm DISCO DICTATOR möchte Peti als DJ im Keller eines Plattenladens auflegen, aber der alte Besitzer lässt ihn nicht... Und in dem tschechischen Kurzfilm KANYA will ein Mädchen ein traditionelles Ritual, das ihre Eltern einfordern, nicht über sich ergehen lassen. Das Verhältnis von Vater und Tochter wird eingehend beleuchtet, in PAPAPA der Norwegerin Kerren Lumer-Klabbers genauso wie in dem US-südkoreanischen Halbstünder UNCLE von Ju Hee Han.

Andere Filme geben (fiktionale) Einblicke in das Leben älterer Protagonist:innen: In ROOM 16 des Libanesen Dany K. Saliba erweist sich ein stilles Hausmädchen als Voyeurin, in DEBT des Finnen Max Ovaska bekommt ein Mann seine Vergangenheit als Schuldeneintreiber nicht los, in DIVINATION des Nepalesen Gopal Achyara muss sich ein Schamane fragen, ob seine Heilkräfte noch wirken. Und in NO LAW NO HEAVEN von Kristi Hoi, Student der University of California in Los Angeles, wird gleich der ganze Bogen vom kleinen Kind bis zum alten Mann gespannt, der sich der Vergangenheit stellen muss. Der Umgang mit der Historie ist ebenfalls ein Thema vieler Filme, manchmal sogar gewagt-komisch: In GOOD GERMAN WORK werkeln Uli und Didi an einem KZ-Nachbau, nüchtern und total professionell.

 

Refeel Online Neu1

REFEEL

Torppari Online Neu1

DEBT

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WHITE ROOM

 

Die Studierenden scheuen auch die Auseinandersetzung mit Gewalt, Tod und Traumatisierung nicht, wobei sie für die Darstellung oft experimentelle Wege suchen: Im Animationsfilm SCUM MUTATION von Ov werden die Stimmen autoritärer Regimes mit denen des jugendlichen Widerstands konfrontiert. In $ 75 000 beleuchtet Moïse Togo in einem Mix aus Dokumentar- und Experimentalfilm, wie Menschen mit Albinismus in Afrika Opfer von Gewalt und Diskriminierung werden. Und WHITE ROOM von Jakub Jirásek nähert sich sensibel-ausdrucksstark der „weißen Folter“ an.

In den Filmen wird geheiratet (POTTED PALM TREES), gleichgeschlechtlich geliebt (z.B. REFEEL, MUST BE PAINFUL) und sowohl in CONGENITAL als auch in HER DANCE müssen sich Transfrauen in stark religiösen Umfeldern behaupten. Jung und mittelalt nähern sich knisternd an (AGAPÉ), und das Herrschaftsverhältnis von Katze und Mensch gerät ebenso in den Fokus (MMH…CAT) wie manche Pflanzen sich als redselig erweisen (PLANT SPEECH). Wenn man sie denn nur verstehen könnte! Und selbst Schuhe drücken einiges aus: in OBEN OFFEN von HFF-München-Studentin Hannah Jandl.

 

HFF-Special

 

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SURVIVE

Hayat Springt Online Neu1

HAYAT JUMPS

 

Wie in jedem Jahr werden aktuelle Kurzfilme der HFF München in zwei Specials gezeigt, die wiederum von Studierenden der HFF ausgewählt und anmoderiert werden: Das HFF Special 1 findet am Freitag, den 19. November, um 16 Uhr statt, das HFF Special 2 am Samstag, den 20. November, um 11.30 Uhr (beides Mal im HFF AudimaxX). Zudem werden in diesem Jahr erstmals bei der Eröffnungszeremonie des Festivals am Sonntag, den 14. November, um 18 Uhr drei HFF-Filme gezeigt (nur auf Einladung).

 

Das Rahmenprogramm

zur Jubiläumsausgabe

 

Das Rahmenprogramm beinhaltet unter anderem Aktionen zur eine deutschlandweiten Aktion der Hochschulen „Respekttag“ am 16. November, sowie Workshops mit Filmgrößen Regisseurin Ildikó Enyedi, Komponist Adam Bálász und Regisseur Hans Steinbichler und Panels zum Thema nachhaltige (digitale) Filmproduktion und Podiumsdiskussionen und Workshops im Rahmen des „Climate Day“. Über die Anmeldung könnt ihr euch auf der jeweiligen Seite der Veranstaltung informieren.

Party ab! Wir freuen uns auf Sie, unsere Gäste aus aller Welt und sieben Tage Filmerlebnis.

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