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Montag, 06.11.2017

Watch Me If You Can

 

Beim 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH präsentieren Filmstudierende aus 17 Ländern ihre Kurzfilme. Wer sich vom 20. bis 25. November ins Filmmuseum aufmacht, wird die Welt mit anderen Augen sehen können und erkennen, dass auch die Digital Natives vor allem eines sind: hervorragende Geschichtenerzähler.

 

Das Motto des Festivals lautet dieses Jahr „Watch Me If You Can“ – und anders als bei Spielbergs Gaunerkomödie ist das hier ganz einfach: Komm ins Kino, schau hin, entdecke Neues, lass dich überraschen von einem vielfältigen Programm. Yes, you can!

44 Filme schickt die Auswahljury (Susanne Burg, Olga Domżała und Tice Oakfield) dieses Jahr in den Wettbewerb, darunter 25 Spielfilme, 11 Dokumentarfilme, 7 Animationsfilme und einen Experimentalfilm. Sie stammen aus Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Singapur, Ungarn, USA und Venezuela. Und sie alle erzählen nach Aussage der drei JurorInnen Geschichten, die erzählt werden müssen: über Krieg und Flucht, über Gewalt, Migration und Angst, über Wunden und Verletzungen. Viele dieser Geschichten sind Familiengeschichten – sie handeln von Vätern, Müttern, Töchtern und Söhnen, Geschwistern und Paaren, die in schwierigen Beziehungen gefangen und verstrickt sind. Nur wenigen gelingt eine Befreiung.

"Es ist immer wieder spannend zu sehen, mit welcher emotionalen Tiefe die jungen Filmemacher und Filmemacherinnen ihre Geschichten erzählen", sagt Festivalleiterin Diana Iljine. "In wenigen Minuten erlauben Sie uns, in Welten zu blicken, die uns eben noch verschlossen waren."

Familienbeziehungen stehen im Zentrum vieler Filme auf dem 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH. Da geht es dokumentarisch um die Aufarbeitung eigener Erlebnisse, wie beispielsweise bei der niederländischen Filmemacherin Tessa Pope, die in "The Origin of Trouble" ihren Vater dazu befragt, warum er in ihrem Leben nicht präsent war. Oder um die Frage, was "Between Us" denn schiefgelaufen ist und ob das junge Paar das Baby nun zur Adoption freigeben soll. Aber auch viele Spielfilme handeln von Beziehungen, die plötzlich und unerwartet zerbrechen, wie im polnischen "Time to Go". Darin ist der Vater gar nicht so fürsorglich, wie seine Tochter bisher dachte. In "The Elusive" aus Belgien dagegen findet eine Mutter plötzlich keinen Zugang mehr zu ihrem pubertierenden Sohn. Dass Kommunikation auch zwischen Geschwistern nicht immer besser funktioniert, zeigt beispielsweise "Big Sister", in dem die große Schwester ihrem Bruder eigentlich Respekt vor Frauen beibringen will und dabei übers Ziel hinausschießt. Oder auch der norwegische Film "Dilapidated": Bei einer Trauerfeier brechen auf einmal alte Wunden auf. Dass es auch lustig geht und plötzliche Not Vater und Sohn zusammenschweißen kann, beweist die wunderbar schräge Komödie "About the Birds and the Bees" aus Finnland.

Doch das Drama überwiegt, wie auch in jenen Filmen, die uns von Beziehungen zwischen Paaren erzählen, seien sie nun am Ende wie in "You Usually Leave Me" und "Mr. Universe" oder noch vor dem Anfang wie im ungarischen "Beautiful Figure".

Und dann sind da noch die universellen Geschichten: Sie handeln von Angst wie in "Waiting Time", Ausgrenzung ("Sog" oder auch "Greetings from Kropsdam"), Schuld ("Night Call", "I Made You, I Kill You") und Gewalt ("Nala", "Call of Cuteness" oder "Tomorrow, and Tomorow, and Tomorrow"), von Krankheit ("Yearning", "Wolfe") und Tod ("212").

Was alle 44 Filme auszeichnet, ist eine sehr präzise Beobachtung und der unbedingte Wille, eine Geschichte zu erzählen. Welche Geschichten bei den Zuschauern besonders gut ankommen werden, wird sich zeigen. Welche Filme die Festivaljury und die Fachjurys auszeichnen werden, wissen wir am 25. November. Da findet in der HFF die feierliche Preisverleihung als Abschluss einer spannenden und geschichtenreichen Woche statt.

Die Preise:

Am Ende geht es natürlich auch immer um Preise: knapp 70.000 Euro gibt es dieses Jahr zu gewinnen, dank langjähriger und neuer Preisstifter. So wird dieses Jahr einmalig ein hochdotierter Reformationspreis von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Kirchenkreis München Oberbayern vergeben. Lange Tradition haben schon die beiden Sonderwettbewerbe, „Hofbräu Trophy“ und „Climate Clips Award“, letzterer wird bereits zum zehnten Mal von der Nagelschneider Stiftung vergeben. Die Preise werden am 25. November verliehen. Eine Übersicht über alle Preise und Jurys findet man auf der Website.

Die Festivaljury:

Wir freuen uns, dass dieses Jahr unter Vorsitz von Götz Otto eine hochkarätige Festivaljury über die Preise des Festivals entscheiden wird. Ihr gehören an: der amerikanisch-israelischer Festivalmacher, Produzent und Regisseur Ariel Richter, die britische Dramaturgin Selina Ukwuoma, der indische Regisseur und Drehbuchautor Shubhashish Bhutiani und die Vorjahrespreisträgerin Anna Cazenave-Cambet aus Frankreich.

Das Rahmenprogramm:

An vier Vormittagen finden in der HFF München (Bernd-Eichinger-Platz 1) jeweils um 11 Uhr die FILMSCHOOL LECTURES in Zusammenarbeit mit der HFF statt. Der Eintritt zu diesen Rahmenveranstaltungen ist frei. Am 21.11. präsentiert sich die HFF München mit einem Rückblick auf die vergangenen 50 und einem Ausblick auf die kommenden Jahre. Am 22.11. diskutiert ein hochkarätig besetztes Panel über die Frage „Student Ocsar – and what now?“. Am 23.11. geben Prof. Michael Coldewey und seine Gäste Einblicke in die Arbeit der VFX. Und am 24.11. gibt es die Gelegenheit Jurypräsident Götz Otto und die Festivaljury näher kennenzulernen. Und wer sich besonders für die Arbeit von HFF-Studenten im Bereich Werbung interessiert, hat am 20.11. im Filmmuseum die Gelegenheit sich ein Commercial Special anzuschauen.

Die Eckdaten:

Die Eröffnung des 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH am 19. November findet in der Hochschule für Fernsehen und Film München statt. Anschließend werden die Festivalfilme von 20. bis 25. November im Filmmuseum München, St. Jakobs-Platz 1, gezeigt. Erwartet werden als Gäste rund 50 junge Filmemacher und Filmemacherinnen und Professorinnen und Professoren aus aller Welt. Das komplette Festivalprogramm finden Sie ab dem 6.11. online unter filmschoolfest-munich.de. Ein ausführliches Programmheft liegt ab dem 8.11. der aktuellen In München bei.

Kurzprofil FILMSCHOOLFEST MUNICH:

Seit 1981 ist das Internationale Festival der Filmhochschulen München ein wichtiger Treffpunkt der Regie-Stars von morgen. Sein Gründer Professor Wolfgang Längsfeld leitete es bis 2002. Seit 2011 ist Diana Iljine Leiterin des Festivals. Es gehört zu den bedeutendsten Nachwuchsfestivals der Welt.

Jährlich reichen Filmhochschulen aus der ganzen Welt aktuelle Produktionen ihrer Studenten ein, die von einer Expertenjury gesichtet werden. Die ausgewählten kurzen Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme laufen im Wettbewerb und konkurrieren um hochdotierte Preise, über die eine unabhängige Festivaljury unter Vorsitz eines Jurypräsidenten entscheidet. Als Jurypräsidenten waren schon u.a. Marco Kreuzpaintner, Marc Rothemund, Michael Ballhaus, Roland Emmerich, Wim Wenders, Bernd Eichinger mit dabei. Die Kurzfilme werden in moderierten Programmblöcken gezeigt. Die jungen Filmemacher stellen ihre Filme persönlich vor. Immer wieder gibt es auch Sonderwettbewerbe und Specials. Ein alljährliches Rahmenprogramm (Filmschool Lectures, Besichtigungen etc.) sowie die Festival-Lounge, die zum Diskutieren in entspannter Atmosphäre einlädt, runden die Festivalwoche ab.

Jedes Jahr werden 40-60 Kurzfilme vorgeführt. Zahlreiche ausländische Studenten und Professoren treffen sich jährlich, diskutieren und tauschen Erfahrungen aus. Viele international bekannte Filmemacher haben hier ihre ersten Kurzfilme gezeigt (u.a. Caroline Link, Maren Ade, Florian Gallenberger, Florian Henckel von Donnersmarck, Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Susanne Bier, David Yates, Nick Park, Sönke Wortmann und Detlef Buck). Umfragen bei Mitgliedern des weltweiten Filmhochschulverbands ergaben, dass sich das Internationale Festival der Filmhochschulen bei den Teilnehmern besonderer Beliebtheit erfreut.