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Dienstag, 10.11.2015

Ganz weit vorn

Beim 35. FILMSCHOOLFEST MUNICH präsentieren sich Nachwuchsfilmer aus 21 Ländern nah am Zeitgeschehen und mit Weitblick

 

Die brisanten gesellschaftlichen Themen von der Flüchtlings- bis zur Finanzkrise bewegen auch die jungen Filmemacher. Das zeigt das Programm des 35. Filmschoolfests. Vom 15. bis 21. November stellen hier Filmstudenten aus der ganzen Welt ihre neuesten Kurzfilme vor.

„Die neue Regiegeneration ist ganz weit vorn“, sagt Festivalleiterin Diana Iljine. „Sie richtet den Blick in die Zukunft und behandelt drängende Fragen wie Asylpolitik und Integration – und das nicht erst seit den jüngsten Entwicklungen. Aber auch formal sind die Filme innovativ und zeugen schon jetzt von großer Professionalität.“

Fast unsichtbar und zwischen den Welten verloren sind die zwei somalischen Einwanderer in dem serbischen Festivalbeitrag „If I Had It My Way I Would Never Leave“ von Marko Grba Singh. Sie leben an der serbisch-rumänischen Grenze in einem leerstehenden Haus und scheinen weder vor noch zurück zu können. Lisa Gerig aus der Schweiz dokumentiert in „Conversation Over The Fence“ („Zaungespräche“) ihre Besuche im Ausschaffungsgefängnis am Zürcher Flughafen. Die Menschen, die hier auf ihre Abschiebung warten, sind nie an ihrem Ziel angekommen. Obwohl sich viele von ihnen seit Monaten in der Schweiz befinden, haben sie oft noch keinen Fuß auf eidgenössischen Boden gesetzt.

Do Do aus Myanmar lebt zwar in seinem Traumland, den Niederlanden, gerät dort jedoch mit den Behörden in Konflikt, als auffällt, dass der Familienvater seine Kinder schlägt. Der Dokumentarfilm „Into My Dreamland“ von der selbst aus Myanmar stammenden Regisseurin Mai Seng Kinraw entstand an der Filmakademie Baden-Württemberg. Auch Zora Rux von der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin, diskutiert in ihrem Film „Safe Space“ („Geschützter Raum“) das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen: In einem Berliner Protestcamp haben sich Flüchtlinge und Helfer zusammengeschlossen, um gegen die europäische Flüchtlingspolitik zu demonstrieren. Als die Annäherung zwischen einer Deutschen und einem Afrikaner in sexuelle Nötigung mündet, sucht die Gruppe nach einer Lösung.

Eine trotz aller Schwierigkeiten optimistische Zukunftsprognose wagt die französisch-griechische Regisseurin Dapné Hérétakis mit ihrem Filmtagebuch „Archipelagos, Naked Granities“ („Archipels, Granites Dénudés“), in dem sie die Stimmung unter jungen Athenern vor dem Hintergrund der schwierigen politischen Lagen einfängt.

Fantasie- und humorvolle Perspektiven liefern die zahlreichen Animationsfilme im diesjährigen Programm. Unter anderem erproben drei Trickfilme von der Kunsthochschule Tokyo – „I’m Here“, „Missing You“ und „Fox Fears“ – die Möglichkeiten der Zeichenkunst. „A Documentary Film“ („Dokument“) von dem polnischen Comiczeichner und Filmemacher Marcin Podolec situiert sich zwischen Animations- und Dokumentarfilm. Und mit „Lure“ und „Whole“ sind zwei Stop-Motion-Filme von der Technischen Hochschule Nürnberg zu sehen, die auf ganz unterschiedliche Weisen in die Abgründe der menschlichen Seele blicken.

Eröffnet wird das 35. Internationale Festival der Filmhochschulen am 15. November mit einer feierlichen Gala in der Hochschule für Fernsehen und Film München. Anschließend werden die Festivalfilme ab dem 16. November im Filmmuseum München gezeigt. Erwartet werden rund 60 junge Filmemacher aus 20 Ländern. Dazu sind die Macher von Kino Asyl und Asylsuchende in München auf das Filmschoolfest eingeladen. Das Filmfestival Kino Asyl (6. bis 9. Dezember) wird veranstaltet von jungen Flüchtlingen und dem Medienzentrum München des JFF (Jugend Film Fernsehen e. V.). Das Festival-Team freut sich auf alle Gäste.

 

Das Filmschoolfest findet von 15. bis 21. November im Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, statt. Das komplette Festivalprogramm finden Sie online unter filmschoolfest-munich.de. Ein ausführliches Programmheft liegt der aktuellen In München bei. Der Online-Kartenverkauf läuft bereits.