Preisträger 2012

 

BESTER FILM - VFF YOUNG TALENT AWARD
(7.500 €; Stifter: VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten)

SO IT GOES (KORSOTEORIA) von Antti Heikki Pesonen
ELO Film School, Helsinki, Finnland

vffDer VFF Vorsitzende Prof. Dr. Norbert P. Flechsig gratuliert Produzentin Tia Kalenius

Die Festival-Jury:
Dennis Gansel (Präsident), Katja Ferwagner, Rosalie Thomass, Lilian Corbeille, Marco Schmidt):
"Finnland ist kalt, es ist dunkel - und die Leute, sie frieren. Vielleicht ist das der Grund, warum Finnen sehr gute Filme machen. In SO IT GOES hassen die Leute ihr Leben, sie sind innerlich erkaltet und trinken den Rest der Welt unter den Tisch. Diese Inhaltsangabe könnte bei vielen finnischen Filmen stehen, aber SO IT GOES erzählt die Geschichte straight, mit perfektem Timing, sehr guter Regie und einer riesenhaften Portion an Menschlichkeit. Gratulation!"


 

SPEZIALPREIS DES JURY-PRÄSIDENTEN

SNAILS! (CARGOLS!) von Geoffrey Cowper
ESCAC, Barcelona, Spanien

Jury-Präsident Dennis Gansel:
"Bekanntlich gehen auf Filmfestivals gerade die unterhaltsamsten Filme bei Preisverleihungen gerne leer aus. Wenn man sich also darauf einlässt, eine Mischung aus Genre- und Fantasy-Film mit einer Prise B-Movie zu machen, kann man damit rechnen, von den meisten Jurys ignoriert zu werden - egal, wie gut der Film ist. Ein umso größeres Vergnügen ist es mir deshalb, hier den Film SNAILS (CARGOLS!) von Geoffrey Cowper aus Spanien mit dem Spezialpreis des Jury-Präsidenten auszuzeichnen. Es ist ein äußerst unterhaltsamer Film mit viel Herz und umwerfend komischen Ideen. Herzlichen Glückwunsch an einen jungen Regisseur mit herausragendem Talent, von dem wir künftig sicher noch viel hören werden. Und damit sich dieser Preis nicht in warmen Worten erschöpft, werde ich nicht nur die Urkunde nach Barcelona schicken, sondern auch einen Scheck über 1.000 Euro und eine Flasche mit einem guten Tropfen von einem deutschen Winzer."


 

ARTE-KURZFILMPREIS
(Ankauf des Films bis 6.000 €; Stifter: ARTE Television)

LIFE DOESN'T FRIGHTEN ME von Stephen Dunn
RUT, Toronto, Kanada

arteJurorin und ARTE-Mitarbeiterin Katja Ferwagner übergab den Preis an Stephen Dunn

Die Festival-Jury:
"Der humorvoll und sensibel erzählte Film entführt uns in die Welt eines jungen 13-jährigen Mädchens, das an der Stufe des Erwachsenwerdens steht und vor allem sehr unter ihrer langen Nase leidet. Doch diese Nase ist gar nicht so lang, sondern das Gefühl für die eigene Wahrnehmung täuscht. Das fantastische Schauspielertrio - das junge Mädchen, der lebenskluge Großvater und der charmante Mops King Henry - unterstreichen die originelle Auflösung und der Zuschauer freut sich inmitten eines phantasievollen Dekors über ein positives Ende: 'Life doesn't frighten me - Das Leben macht mir keine Angst!' Herzlichen Glückwünsch an den Regisseur und sein Team!"


 

ORIGINELLSTER FILM - WOLFGANG-LÄNGSFELD-PREIS
(5.000 €; Stifter: Freundeskreis Wolfgang Längsfeld e.V.)

HOW I KILLED RABIN (EICH RATSACHTI ET RABIN) von Michael Alalu
Sam Spiegel Film &Television School Jerusalem, Israel

laengsfeldMichael Alalu mit Juror Thomas Burnhauser

Die Jury des Wolfgang-Längsfeld-Preises
(Margrét Rún, Thomas Burnhauser, Enkelejd Lluca, Peter Zenk):
"Regisseur Michael Alalu lässt uns Anteil nehmen an einer zutiefst menschlichen Geschichte. Dabei verknüpft der Regisseur ein historisches Ereignis elegant mit der persönlichen Geschichte des Erwachsenwerdens eines Jungen, der zum Schluss um eine erlösende Erkenntnis reicher ist. Wir entdecken uns selbst in diesem manchmal lachenden, oft zweifelnden Jungen, auch dann, wenn er beginnt, die alltäglichen Dinge des Lebens zwanghaft in eine eigene Bahn zu lenken versucht. Und hoffen für ihn, dass er mit einem Kuss seiner Klassenkameradin belohnt wird. Die eigene Handschrift des Regisseurs, der überraschende Schnitt und die pfiffig und originelle Erzählform zeichnen diesen Film aus. Lieber Michael Alalu, wir möchten noch viele Filme von ihnen sehen."


 

BESTER DOKUMENTARFILM - ARRI-PREIS
(ARRI-Sachleistungen im Wert von 4.000 €; Stifter: ARRI - Arnold & Richter Cine Technik)

DYING NOT PLANNED FOR (STERBEN NICHT VORGESEHEN) von Matthias Stoll
Kunsthochschule für Medien Köln, Deutschland

arriARRI-Vorstand Prof. Franz Kraus mit Preisträger Matthias Stoll

Die Festival-Jury:
"Der Dokumentarfilm STERBEN NICHT VORGESEHEN beherrscht die Kunst, eine wahre Geschichte geradlinig und gleichzeitig kunstvoll zu erzählen. Der Film verbindet reale Szenen und Animation sehr natürlich. Er erzählt eine sehr persönliche Geschichte, von der Liebe eines Sohns zu seinem Vater, und zur gleichen Zeit gibt er einen tiefen Einblick in die deutsche Seele. Elektrische Eisenbahnen, schaffe, schaffe Häusle bauen - und immer die Arbeit an erste Stelle setzen. Der Film zeigt all das, ohne es der Lächerlichkeit preiszugeben. Es ist ein liebevoller, präziser und unvergesslicher Film, der beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt."


 

BESTES DREHBUCH - LUGGI-WALDLEITNER-PREIS
(3.000 €; Stifter: Die Familie des Produzenten Luggi Waldleitner)

Michael Alalu für HOW I KILLED RABIN (EICH RATSACHTI ET RABIN)
Sam Spiegel Film &Television School Jerusalem, Israel

waldleitnerMichael Alalu mit Ptreistifter Michael Waldleitner

Die Festival-Jury:
"Vor dem tragischen Hintergrund eines politischen Attentats erzählt HOW I KILLED RABIN eine persönliche Geschichte über die erste Liebe und das Erwachsenwerden eines jungen Außenseiters. Das Drehbuch von Michael Alalu bezaubert durch sympathische Figuren und eine zu Herzen gehende Menschlichkeit - und findet dabei stets eine perfekte Balance zwischen tiefem Ernst und hinreißendem Humor. So macht dieser berührende kleine Film große Lust auf den ersten langen Spielfilm dieses begabten Autors und Regisseurs."


 

BESTE KAMERA - STUDENT CAMERA AWARD
für Studenten einer Hochschule im deutschsprachigen Raum
(1.000 €; Stifter: Zeitschrift 'Film & TV Kameramann')

Friede Clausz für TEARDROP
(Regie: Damian John Harper)
HFF München und HFF Potsdam, Deutschland

kameramann'Film & TV Kameramann' Chefredakteurin Evelyn Voigt-Müller mit Friede Clausz

Die Festival-Jury:
"TEARDROP ist ein gelungenes Beispiel für den sinnvollen Einsatz einer subjektiven Kamera im Film. Die eindringlichen Bilder von Friede Clausz zwingen uns Zuschauer in die Position und die Perspektive eines Gangmitgliedes: Sie ziehen uns mitten hinein ins brutale Geschehen und sorgen dafür, dass wir den gigantischen Druck, der auf der Hauptfigur lastet, auf gnadenlose Weise körperlich spüren. Dabei ist das Kamera-Konzept des Films nicht nur clever geplant, sondern auch virtuos umgesetzt. Hut ab!"


 

BESTE PRODUKTION EINES DEUTSCHEN FILMS - PANTHER PREIS
(Komplette Panther-Dolly-Ausstattung für vier Wochen im Wert von 10.000 €; Stifter: Panther GmbH)

COWBOYS AND INDIANS (COWBOY UND INDIANER) von Jan-Gerrit Seyler (Regie)
Hamburg Media School, Deutschland
Produzentin: Annika Steffens / Hamburg Media School

pantherPanther Executive President Andy Fitz mit Produzentin Annika Steffens

Die Panther-Preis-Jury
(Andy Fitz, Christian Heinz, Christopher Schuller):
"Der Film von Jan-Gerrit Seyler verdeutlicht die emotionalen Schmerzen einer Mutter, die ihren Sohn bei einem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verloren hat. Durch den Kondolenzbesuch seines Kameraden und Sandkastenfreundes David werden Erinnerungen an die Kindheit der Jungen ausgelöst, die eine dramatische Trauerarbeit in Gang setzen. Der Film fesselte die Jury durch die bildlich gestaltete Übertragung der Schmerzen der Mutter. Auffallend sind die ausgezeichnete Regie sowie eine gute Lichtgestaltung. Die hervorragende Kameraarbeit von Thomas Förster und die Inszenierung unterstreichen das Gesamtbild und überzeugten so die Jury."


 

PRIX INTERCULTUREL für Verdienste um den interkulturellen Dialog
(5.000 €; Stifter: Interfilm Akademie München)

PARVANEH von Talkhon Hamzavi
Zürcher Hochschule der Künste, Zürich, Schweiz

interfilmInterfilm Akademie Chef Pfarrer Eckard Bruchner mit Talkhon Hamzavi

Die Interfilm-Jury
(Pfr. Eckart Bruchner, Galina Antoschewskaja, Bhagu T. Chellaney, Ileana Cosmovici, Franz Indra, Wang Ai Qun):
"Die junge afghanische Asylbewerberin Parvaneh und ein Mädchen aus behütetem Schweizer Hause begegnen sich angesichts einer Notlage in Zürich. Trotz ihrer Vorurteile gehen sie aufeinander zu und schließen unerwartet Freundschaft. Durch ihre subtile Darstellung der Parvaneh erzeugt besonders die Hauptdarstellerin eine große Empathie für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen."


 

CLIMATE CLIPS AWARD
für den besten Clip zum Thema Klimawandel und erneuerbare Energien
(5.000 €; Stifter: Nagelschneider Stiftung)

HOT & BOTHERED von Giannina LaSalvia
London Film School, Großbritannien

climateSiegerin Giannina LaSalvia mit Nagelschneider-Jurorin Brigitte Bruns

Die Climate-Clips-Jury
(Beatrice Scola, Brigitte Bruns, Monika Kijas):
"HOT & BOTHERED bezieht seine Komik und seinen Charme aus den verzweifelten Versuchen seiner Protagonisten, sich mit der Klimaerwärmung zu arrangieren. Dies wirft die Frage nach der Dringlichkeit nachhaltiger Maßnahmen nur umso mehr auf. Die Jury ließ sich von dem Witz der gekonnten filmischen Umsetzung der Gags und deren Unterhaltungswert gerne überzeugen."


 

HOFBRÄU TROPHY
für den besten Bier-Werbespot
(5.000 €; Stifter: Brauerei Staatliches Hofbräuhaus in München)

IMMER SONNTAGS von Yatri Niehaus
Hochschule für Fernsehen und Film München, Deutschland

hofbraeuHofbräu Chef Dr. Michael Möller mit Schauspieler Maximilian Stangl, der den Preis in Vertretung von Regisseur Yatri Niehaus entgegen nimmt

Die Hofbräu-Jury:
"Yatri Niehaus vereint in dem Spot IMMER SONNTAGS große Leichtigkeit mit atmosphärischer Kreativität, Modernität und einem Augenzwinkern. Die Dramaturgie steigert sich kontinuierlich und zeigt das Produkt als weiteren, unaufdringlichen Hauptdarsteller. IMMER SONNTAGS beginnt mit einem Wechsel von Zeitraffern und Slow-Motion-Sequenzen, die die Gegensätze von Industrie und unberührter Natur spiegeln - und bleibt spannend bis zum unerwarteten Ende."