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Freitag, 17.11.2017

Meet the Filmmakers: BORDERLESS

Interview mit Regisseur Aria Azizi

Regisseur Aria Azizi

 

Welche drei Worte beschreiben deinen Film BORDERLESS am besten?

Kindheit, Phantasie, grenzenlos.

Was war der erste Film, der dich tief beeindruckt hat?

Während des Taliban-Regimes waren Filme, Fernsehen und Kino verboten. Ich hatte ein Fahrrad. Als ich eines Tages nach Hause kam, hatte mein Vater das Fahrrad auseinander gebaut und aus den Speichen eine Antenne gebastelt. Sobald es dunkel wurde, brachte er sie auf dem Dach an und der iranische Fernsehsender, den wir damit empfingen, zeigt einen wunderschönen Film über einen Vater und seinen Sohn und ein Fahrrad. Später habe ich diesen Schwarz-Weiß-Film, der mich so beeindruckt hatte, wieder entdeckt: FAHRRADDIEBE.

 Szene aus BORDERLESS

Was glauben deine Großeltern, was dein Job ist?

Meine Oma denkt, dass ich ein Geschichtenerzähler bin. Bei uns in Afghanistan gab es das als Beruf. Man konnte durch Städte und Dörfer reisen und Menschen Geschichten erzählen, eine Art afghanische Comedia del Arte. Gerade denkt sie, ich laufe durch die Welt von Dorf zu Dorf und erzähle Menschen Geschichten.

Wenn du kein Filmemacher wärst, was wärst du dann?

Unbedingt ein Geschichtenerzähler.


 Szene aus BORDERLESS


Bist du zum ersten Mal in München? Was erwartest du von der Stadt und vom Festival?

Ja, ich bin zum ersten Mal da, obwohl ich 2009 nach München fliehen wollte, aber dann habe ich den falschen Zug genommen und bin in Mannheim gelandet. Also musste ich meinen Asyl-Antrag dort stellen. Jetzt bin ich glücklich, dass ich doch als Filmemacher hier her komme und nicht als Flüchtling. Ich denke, das ist die sicherere, glücklichere Position.

 

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  • Dieser Film läuft in Program 9
  • Filmschule: KHK, Kunsthochschule Kassel, Deutschland