WAPIKONI (KANADA)

WAPIKONI MOBILE

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts schrieb Regisseurin Manon Barbeau gemeinsam mit Jugendlichen des indianischen Stamms der Atikamekw das Drehbuch für einen Spielfilm mit dem Titel LA FIN DU MÉPRIS. Unter den Jugendlichen war eine Frau namens Wapikoni Awashish, die sich als positives Rollenmodell und Gruppenführerin innerhalb der Gemeinschaft entpuppte. Im Mai 2002 starb Wapikoni im Alter von 20 Jahren in einem Autounfall. Manon Barbeau, bereits tief berührt von den zahlreichen Suizid-Fällen unter den Jugendlichen und äußerst niedergeschlagen von dem Tod ihrer nahen Mitarbeiterin, hatte sie die Idee für ein mobiles Filmstudio als Platz der Gemeinschaft, der Vermittlung und Schöpfung audiovisueller und musikalischer Werke für die jungen Ureinwohner Kanadas. Gemeinsam mit diversen Organisation gründete sie 2003 das Wapikoni Mobile zu Ehren von Wapikoni Awashish, 2004 kam es beim Montreal First Peoples Festival erstmals zum Einsatz. Seither reist das Wapikoni Mobile zu verschiedenen Gemeinschaften der kanadischen Ureinwohner, um den Jugendlichen dort Workshops anzubieten, in denen sie lernen können, mit digitalen Werkzeugen ihre eigenen Filme zu drehen und ihre eigene Musik aufzunehmen. Während jedes Stopps werden dreißig junge Teilnehmer von Mentoren durch alle Produktionsstufen angeleitet. Das mobile Studiolegt jedes Jahr tausende Kilometer zurück. 4300 Jugendliche wurden seit den Anfängen ausgebildet und bei der Produktion ihrer künstlerischen Werke begleitet. Pro Jahr kommen 300 bis 500 Teilnehmer dazu. 70 Kurzfilme und 30 Musikaufnahmen werden jedes Jahr in Kanada und außerhalb Kanadas im Rahmen des Wapikoni Mobiles geschaffen. Die Filme gewannen 142 Preise und Special Mentions bei renommierten nationalen wie internationalen Festivals.

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